Schokolade Wissenswertes rund um die Kakaobohne

Es soll Menschen geben, die keine Schokolade mögen. Andere hingegen sind nach Süßem mit Kakaogeschmack regelrecht süchtig (wobei Schokolade angeblich nicht süchtig machen soll). Aber süchtig, das kann man, wären da nicht die bösen Kalorien, fast schon mit gutem Gewissen sein, denn Schokolade kann unsere Stimmung in positiver Hinsicht beeinflussen. Und gute Schokolade hat sogar einige gesunde Inhaltsstoffe wie Eisen und Kalzium (zumindest Milchschokolade).

Schokolade wurde zuerst in Mittelamerika geschätzt

Quetzalcoatl

Quetzalcoatl. In der aztekischen Mythologie ist Quetzalcoatl der Gott des Windes, des Himmels, der Erde und ein Schöpfergott. Er symbolisiert den Ozean

Schokolade wird bereits seit tausenden von Jahren konsumiert. Die Mayas in Mittelamerika gehörten zu den ersten, die Schokolade zu schätzen wussten, das belegen zumindest Spuren von Kakao in einem 1500 Jahre alten Krug. Aber schon 600 v. Chr. wurden Kakaobohnen verwendet, allerdings meist als Medizin gegen Fieber, Husten und als Mittel bei Schwangerschaftsproblemen.

Auf dem Gebiet des heutigen Mexikos waren es dann die Azteken, die aus den Kakaobohnen ein Getränk mischten. Neben Kakaopulver wurde diesem noch Chili und Pfeffer zugesetzt, das Ergebnis war dann würziges Wasser oder auch Xocoatl. Und der Begriff Xocoatl lebt bis heute in unserem Wort für Schokolade weiter. Es wurde allerdings nicht nur Scharfes zum Kakao gemischt, auch die Azteken wussten süße Getränke zu schätzen und mischten ihren Kakao auch mit Honig. Nach Europa gelangte der Kakao dann als die spanischen Eroberer 1519 Mexiko eroberten und die Azteken unterwarfen.

Kakaobohnen so begehrt wie Gold

Aber Kakao wurde längst nicht nur getrunken. Kakaobohnen dienten neben Gold auch als Zahlungsmittel. Für 100 Kakaobohnen konnte man damals wohl einen Sklaven erwerben. Und den Azteken, die den Kakaobaum wohl seit dem 14. Jahrhundert kannten, galt die Pflanze als heilig.

Schokolade macht leider leicht süchtig

Etwa 40 Prozent aller Frauen sollen immer mal wieder, so wurde mit Umfragen festgestellt, eine nicht zu bändigende Lust auf Süßes verspüren. Ein regelrechter Heißhunger entwickelt sich dann, wird er nicht gestillt, droht schlechte Laune. Warum das so ist, das wird wohl noch erforscht. Es ist wohl eine Kombination von Wirkstoffen und natürlich der Geschmack. Der stimmungsaufhellende Effekt von Schokolade ist durch die Inhaltsstoffe alleine nicht schlüssig erklärbar, sondern schließt auch psychische Einflüsse ein.

Inhaltsstoffe von Schokolade

Unter anderem enthält Schokolade Koffein. In 100 Gramm dunkler Schokolade sind es 68 Milligramm. Will man mit Schokolade Kaffee ersetzen, wird das ein teures Kalorienvergnügen, um den Koffeingehalt einer Tasse Kaffee zu erreichen, müsste man schon vier Tafeln dunkle Schokolade essen.

In Schokolade befindet sich außerdem auch noch Theobromin. Mit 200 Milligramm eine etwas geringe Menge, die aber Blutgefäße erweitert und Herzmuskeln anregt. Wegen diesem Theobromin ist Schokolade auch für Hunde und Katzen völlig ungeeignet. Einen kleinen Hund könnte man, wenn er es denn frisst, mit einer Tafel dunkler Schokolade sehr krank machen und sogar töten. Hunde verbotene Lebensmittel.

Weitere Inhaltsstoffe sind kleine Mengen an biogenen Aminen, diese sorgen für das Ansteigen des Blutdrucks, beeinflussen die Gehirnfunkton und sorgen auch für gute Stimmung. Ebenfalls enthalten ist Phenylethylamin (PEA). Auf 100 Gramm Schokolade kommt zwar nur ein Milligramm Phenylethylamin, aber immerhin soll dieser Stoff die Ausschüttung von Dopamin im Gehirn bewirken. Und Dopamin ist der Botenstoff, wenn es um Lust- und Glücksempfinden geht. Ebenfalls gut für die Stimmung sind die in der Schokolade enthaltenen Endorphine. Es sind zwar nur geringe Mengen, aber auch sie sorgen für bessere Stimmung. Und nicht umsonst heißt es immer so schön, Schokolade macht glücklich. Dafür sorgt wohl auch das Serotonin, ebenfalls in Schokolade enthalten.

Kalorien Schokolade

Kommen wir zur unerfreulichen Seite der Schokolade. Leider ist Schokolade ein echter Dickmacher, wenn man davon zu viel isst. Und wer kann schon nach einem Stück wirklich aufhören?

Vollmilchschokolade bringt es immerhin auf 526 Kilokalorien bei 100 Gramm. Aber es geht noch mehr. Nüsse sind ja auch Kalorienbomben, mischt man Nüsse und Schokolade zu Nussschokolade hat man immerhin 556 kcal pro 100 Gramm Tafel. Einige Kalorien lässt sich sparen, wenn man zu Zartbitterschokolade (507 Kilokalorien) oder gar zu Bitterschokolade (480 Kcal) greift. Das ist zwar nicht viel, aber häufig ist es so, dass man nach ein, zwei Stücken Zartbitterschokolade eher die Tafel weg legen kann, weil das Bedürfnis gestillt ist, als nach ein oder zwei Stücken zartschmelzender süßer Vollmilchschokolade. Wobei es Menschen gibt, die Schokolade eh nur Tafelweise konsumieren können, Schokoladenreste, dieses Wort gibt es dann einfach nicht.

Von der Kakaobohne zur Schokolade

Schokoladentafeln wachsen natürlich nicht auf den Bäumen. Es gibt Kakaobäume, die bis zu 15 Metern hoch werden können. Auf dieser wachen Früchte, die etwa 500 Gramm schwer werden können und dann 25 bis 50 Bohnen enthalten. Diese Kakaobohnen schmecken nicht mal annähernd nach Schokolade, da sie Bitterstoffe enthalten. Daher müssen die Bohnen zunächst fermentiert werden und danach getrocknet. Ihr Aroma entfalten die Kakaobohnen aber erst beim Rösten. Dann werden die Bohnen auch von ihren Schalen getrennt und der Rest der Bohne erst zerkleinert und später gepresst. Der trockene Presskuchen wird noch mal gemahlen und fertig ist das Kakaopulver. Das Fett, das beim Pressen herausgetrennt wird, ist klare, goldene Kakaobutter. Sie zählt zu den teuersten Pflanzenfetten überhaupt. Ein Teil der Kakaobutter landet dann auch wieder in der Schokolade. Ein Mindestgehalt von 18 Prozent ist vorgeschrieben. Fremdfette müssen aber gekennzeichnet werden. Wenn in der Zutatenliste folgender Satz steht: enthält neben Kakaobutter auch andere pflanzliche Fette, dann hat der Hersteller auch bei billigeren Ersatzfetten zugeschlagen. Aufgeführt wird unter anderem dann auch Butterreinfett.

Für eine Tafel Schokolade benötigt man übrigens 30 bis 50 Kakaobohnen.

Wo kommt unser Kakao her?

Deutschland importierte im Jahr 1999 etwa 212.000 Tonnen Kakao. 69,8 Prozent davon kamen aus der Elfenbeinküste, 11,7 Prozent aus Ghana und 6,5 Prozent aus Nigeria. Die Elfenbeinküste ist einer der größten Kakaobohnen Exporteure. 2012 waren es 1.650.000 Tonnen, ein Drittel der weltweiten Ernte des Jahres.

Wie viel Schokolade darf es denn sein?

Im Jahr 2000 sollen in Deutschland pro Einwohner etwa 8,2 Kilogramm Schokolade im Jahr konsumiert worden sein. Das sind immerhin 82 Tafeln. Und jetzt darf sich jeder selbst überlegen, ob er mit seinem eigenen Schokoladenkonsum (mitgerechnet wird jede Praline, jeder Osterhase, jeder Weihnachtsmann und alles, an dem Schokolade ist) drüber oder drunter liegt. Ich liege drüber 🙂

Vegane Schokolade

Inzwischen gibt es auch Schokolade für Veganer. Diese darf natürlich kein Milchpulver enthalten und keine Fettersatzstoffe wie Butterreinfett, sondern nur echte Kakaobutter.

Schokolade für Diabetiker

Schokolade enthält sehr viel Zucker und damit auch Kohlenhydrate. Und ist damit leider für Diabetiker ungeeignet. Soweit die schlechte Nachricht. Inzwischen gibt es aber auch Schokolade mit geringem Zuckeranteil, mit dieser können auch Menschen, die unter Diabetes leiden, Schokolade genießen. Wobei Schokolade nicht nur wegen ihrem Zucker, sondern eben auch wegen ihrem hohen Anteil an Fett problematisch ist. Wobei dunkle Schokolade zwar etwas weniger Zucker enthält, aber immer noch ziemlich viel Fett. Hierzu folgt aber noch ein weiterer Artikel.